Die World Padel Tour ist Geschichte – zumindest dem Namen nach. Seit 2024 gibt es nur noch eine einzige professionelle Weltspitze: Premier Padel. Die Fusion von WPT und Premier Padel unter dem Dach von Qatar Sports Investments hat die jahrelange Spaltung beendet. Das Resultat: 25 Turniere pro Saison, 17 Länder, und die besten Padel-Spielerinnen und -Spieler der Welt endlich auf einer einzigen Tour.
Wer heute weiss, wer diese Spieler sind und wie sie spielen, versteht das Spiel auf einem anderen Level.
Von der World Padel Tour zu Premier Padel
Die World Padel Tour wurde 2013 gegründet und dominierte elf Saisons lang den professionellen Padel-Sport. Das Problem: Die Tour war in privater Hand, und das Verhältnis zum internationalen Verband FIP (Fédération Internationale de Padel) war von Anfang an angespannt.
2022 startete Premier Padel als FIP-sanktionierte Alternative – unterstützt von Qatar Sports Investments, demselben Konzern, der Paris Saint-Germain besitzt. Viele Top-Spieler wechselten die Tour, andere blieben bei der WPT. Diese Spaltung kostete den Sport Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit.
2024 endete der Streit durch Übernahme: QSI kaufte die World Padel Tour, vereinigte beide Circuits und gab dem gemeinsamen Produkt den Namen Premier Padel. Die WPT hörte nach 2023 auf zu existieren.
Das heutige Turniersystem gliedert sich in vier Kategorien: Majors (die grössten Events, 2.000 FIP-Punkte), P1-Turniere (1.000 Punkte), P2-Turniere (500 Punkte) und die Tour Finals am Saisonende mit den Top-16-Paaren beider Rankings. Die Saison 2026 läuft vom 7. Februar bis 13. Dezember.
Die Nummer 1 der Welt: Coello und Tapia
Wer in den letzten drei Jahren Padel verfolgt hat, kennt diese beiden Namen auswendig. Arturo Coello und Agustín Tapia sind seit 2023 das dominante Paar der Weltspitze – und das mit einer Ausprägung, die im Profi-Sport selten ist.
Arturo Coello – El Rey Arturo
Coello wurde am 8. März 2002 in Mojados, Spanien, geboren. Er ist 1,90 Meter gross, und dieser Körper ist kein Zufall: Seine Reichweite, kombiniert mit einer Explosivität, die für seine Grösse aussergewöhnlich ist, macht ihn zum besten Smasher der Welt. Sein Spitzname "El Rey Arturo" – König Arthur – klingt übertrieben, ist es aber nicht.
Sein Spielstil basiert auf Druck und Kontrolle. Coello sucht die Attacke früh, nutzt seinen Smash als primäre Waffe und lässt dem Gegner kaum Zeit, sich zu organisieren. Mit 23 Jahren ist er aktuell auf dem Höhepunkt seiner Karriere – und hat noch mindestens ein Jahrzehnt vor sich.
Agustín Tapia – El Pollito
Tapia wurde 1999 in der argentinischen Provinz Catamarca geboren. Sein Spitzname "El Pollito" (das Küken) täuscht über seinen Spielstil hinweg: aggressiv, kreativ, unberechenbar. Wo Coello auf Macht setzt, bringt Tapia Eleganz und Finesse – zusammen ergibt das eine Kombination, gegen die fast kein Paar der Welt dauerhaft besteht.
Zum Saisonbeginn 2026 führten Coello und Tapia die FIP-Weltrangliste mit 20.597 Punkten an. Ihre 47-Match-Siegesserie in der Saison 2024 ist der längste Lauf in der Geschichte des professionellen Padel-Sports.
Der grösste Gegner: Galán und Chingotto
Wenn es ein Paar gibt, das Coello/Tapia wirklich herausfordern kann, dann sind es Alejandro Galán und Federico Chingotto. In der Padel-Community wird diese Rivalität schon als "El Clásico" bezeichnet.
Galán und Chingotto – von Fans kurz "Chingalán" genannt – starteten die Saison 2026 mit 17.320 Punkten als Nummer zwei der Welt. Mit bereits acht Turniersiegen in 2025 und einem 8-zu-1-Start in 2026 sind sie keine Herausforderer mehr – sie sind echte Konkurrenten um die Jahreswertung.
Galán, der Spanier, ist bekannt für seine präzisen Volleys und seine taktische Intelligenz am Netz. Chingotto, der Argentinier, kompensiert mit seiner Athletik und einem Rückhand-Punch, der zu den gefürchtetsten Schlägen auf der Tour gehört. Ihr Sieg beim Madrid Premier Padel P1 2026 – 6-4, 5-7, 6-4 gegen Nieto/Yanguas – bestätigt: Diese Saison wird für Coello/Tapia nicht einfach.
Weitere Top-Paare im Männerfeld
Die Tiefe im Männerfeld 2026 ist aussergewöhnlich. Nach Coello/Tapia und Galán/Chingotto kommen:
- Juan Lebrón / Leandro Augsburger – Lebrón, einer der erfahrensten Spieler der Tour, hat sich mit dem jungen Augsburger neu aufgestellt. Eine interessante Kombination aus Routine und Energie.
- Franco Stupaczuk / Miguel Yanguas – Beide kennen sich gut aus früheren Saisons. Ihr Spiel lebt von Tempo und aggressiver Grundlinie.
- Jorge Nieto / Francisco Navarro – Solide im Mittelfeld der Top 10, gefährlich in Einzelturnieren.
Spanien dominiert das Feld: 57 der Top-100-Männer kommen aus Spanien, 24 aus Argentinien, 7 aus Italien.
Das Frauenfeld: Triay und Brea setzen den Standard
Im Frauen-Padel gibt es derzeit nur eine Antwort auf die Frage nach der Nummer eins: Gemma Triay und Delfina Brea.
Gemma Triay und Delfina Brea
Triay, die Spanierin, und Brea, die Argentinierin, haben 2025 neun Turniertitel gewonnen – mehr als jedes andere Paar auf der Tour. 2026 setzen sie diesen Rhythmus fort: Sieben Monate in die Saison führen sie die Weltrangliste mit 17.300 FIP-Punkten an und haben bereits 14 Finals erreicht.
Triays Spielstil ist bekannt für seine technische Perfektion am Netz, ihre Kontrolle über Tempo und Linie ist unerreicht. Brea bringt Power aus der Grundlinie und eine Athletik, die sich im Lauf einer Partie oft als entscheidend erweist.
Die Herausforderer im Frauenfeld
Das Frauenfeld ist kompetitiver als es die Nummer-1-Position von Triay/Brea vermuten lässt:
- Beatriz González / Paula Josemaría – Josemaría war früher selbst jahrelang Weltranglistenerste, González ist eine der konstantesten Netz-Spielerinnen auf der Tour.
- Ariana Sánchez / Andrea Ustero – Standen im Finale von Gijón 2026 gegen Triay/Brea, verloren zwar, bestätigen aber ihre Top-3-Position.
- Claudia Fernández / Sofía Araujo – Clevere Spielerinnen, die unerwartete Turniersiege einfahren können.
Was die Stars in Equipment investieren
Wer Profi-Padel verfolgt, bemerkt schnell: Equipment ist kein Nebenthema. Die Stars spielen mit Carbon-Schlägern, die auf Kraft und Kontrolle optimiert sind – und die Unterschiede in Gewicht, Balance und Oberfläche sind im Profi-Bereich direkt spürbar.
Coellos Power-Game setzt auf schwere, diamantförmige Schläger mit hartem Kern. Tapias kreatives Spiel funktioniert mit ausgewogenen Allround-Modellen, die mehr Kontrolle erlauben. Wer selbst nach einem neuen Schläger sucht, findet bei den Padel-Schlägern von VYPER Modelle für beide Spielstile – von der aggressiven Attacke bis zum kontrollorientierten Spiel.
Auch das Zubehör macht einen Unterschied: Profi-Spieler wechseln Overgrips regelmässig, investieren in Qualitäts-Taschen und tragen Schuhe, die auf die Kunststoffunterlage ausgelegt sind. Das Padel-Zubehör von VYPER – von Grips bis Bags – ist auf diese Anforderungen abgestimmt.
Die Tour live verfolgen
Premier Padel ist auf Red Bull TV live zu sehen – kostenlos, ohne Abo. Die verbleibenden Turniere der Saison 2026 laufen bis Dezember. Wer die Spieler kennt und ihre Spielstile versteht, schaut das Spiel anders.
Wer mehr über die Wettkampfgeschichte des Padel-Sports erfahren möchte, findet in unserem Beitrag zur Padel-Weltmeisterschaft einen guten Einstieg – von den frühen Turnieren bis zur heutigen globalisierten Szene.
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Coello, Tapia, Galán, Triay – diese Namen stehen 2026 für das Beste, was Padel zu bieten hat. Wer das Spiel auf diesem Niveau verfolgt, versteht schnell, warum Padel weltweit so stark wächst. Und wer selbst auf den Court will: Die richtigen Padel-Schläger machen auch im Amateur-Spiel einen Unterschied.


